Hochschule hält Mechatronik -Bildung - Der Göppinger Hochschulstandort kommt in der Reform glimpflicher davon, als befürchtet. Der Rektor stellte die neue Struktur vor. Die Mechatronik bleibt. Von Arnd Woletz

Der Hochschulstandort Göppingen ist gesichert, nun soll es aufwärts gehen. Beim Umbau wird der Studiengang Mechatronik erhalten, aber modernisiert

Der Schock im Kreis Göppingen saß tief, als die Esslinger Hochschule im Herbst ihre Umstrukturierungspläne ankündigte. Der Göppinger Standort drohte bei einer Schrumpfkur in Existenzgefahr zu geraten. Das befürchtete jedenfalls so mancher Lokalpolitiker. Die Drähte glühten. Es knirschte gehörig. Diskussionen kochten hoch.

 

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Hoffnung auf schnelle Genehmigung Bauvorhaben Ende 2022 sollen in Göppingen die ersten Bewohner und Mieter des ASB-Seniorenzentrums am „Stern“ einziehen. Die Abbrucharbeiten laufen bereits. Von Margit Haas

An der Sternkreuzung sollen 41 barrierefreie Wohnungen und 87 Pflegeplätze entstehen. Visualisierung: Flaig-Architekten

In den kommenden zwei Jahren werden an der Sternkreuzung 41 barrierefreie Wohnungen und 87 Pflegeplätze entstehen. Bauherr ist die Eislinger Storzenbach Bau GmbH, die auch als Vermieter der Wohnungen fungiert. Mieter können ihrem persönlichen Bedarf entsprechend Leistungen des Arbeiter-Samariter-Bund Alb und Stauferland (ASB) „dazukaufen“.

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Schule bis zuletzt genießen - Bildung - Still und ohne großen Aufwand – so verabschiedet sich Gisela Sonnabend nach 40 Jahren aus dem Schuldienst. Sie kennt praktisch alle Faurndauer. Von Margit Haas

Blickt dem Ruhestand gelassen entgegen: Gisela Sonnabend, Rektorin der Faurndauer Schillerschule, wird nach über 40 Jahren wieder ohne Stundenplan leben. 

Sang- und klanglos gehen – so hätte ich es mir gewünscht“, sagt Gisela Sonnabend. Mit Ende des Schuljahres geht sie in den Ruhestand und kann der Corona-Krise in diesem Sinne etwas Positives abgewinnen. Die Rektorin der Faurndauer Schillerschule ist eine Frau der leisen Töne und kann jetzt, da es kein Schulfest mit ihrer Verabschiedung geben wird, „die Schule bis zum letzten Tag genießen“. Ihr gesamtes Berufsleben hat sie in der Faurndauer Schillerschule verbracht, kennt also praktisch alle Faurndauer. In ihrem Klassenzimmer erinnern zahlreiche Hinweisschilder daran, dass auch in der Schule in der Ortsmitte lange noch kein Alltag eingekehrt ist, dass sie und ihr Kollegium in den vergangenen Monaten vor ganz ungewöhnliche Herausforderungen gestellt waren. Aber auch in dieser Zeit war es ihr wichtig, den Kontakt zu den Eltern zu pflegen und alle Schüler mitzunehmen. „Die offene Schule war mir immer sehr wichtig.“ Vielleicht war dies das richtige Rezept, um in allen Bereichen Ausgewogenheit zu erreichen. „Es gab nie Extreme.“

Gisela Sonnabend hat am Göppinger-Mörike-Gymnasium ihr Abitur gemacht und dann Musik und Mathematik studiert. Ihre erste Stelle trat sie im Januar 1978 an der Schillerschule in Faurndau an, die damals noch zur Haierschule gehörte. „Wir sind erst seit 1980 selbständig.“

Die offene Schule war mir immer sehr wichtig.

Gisela Sonnabend
scheidende Rektorin

Schulleiterin zu werden, stand nicht auf ihrem Lebensplan. Sie wurde dann aber Konrektorin und übernahm die verantwortungsvolle Aufgabe der Rektorin vor sieben Jahren und konnte so eigene Akzente setzen. „Einer meiner Schwerpunkte war die technische Ausstattung der Schule. Leider haben wir noch nicht in allen Klassenzimmern Internet“, bedauert die 65-Jährige. „Ich werden nach über 40 Jahren zum ersten Mal ohne Stundenplan leben und frei entscheiden können, war ich mache. Und deshalb mache ich zunächst einmal nichts und warte, bis es mir langweilig wird“, sagt sie lachend auf die Frage, wie sie ihren Ruhestand leben wird. Natürlich wird sie weiter im Göppinger Kammerchor singen, lesen und reisen. Feste Verpflichtungen wird es für sie aber vorläufig nicht geben.

Fünf Fragen zum Schüler- und Lehrerleben

Mein schlimmster Schultag
Gisela Sonnabend: Es gab nur einige Zeiten mit schwierigen Eltern.

Mein schönster Schultag
Den einen gab es nicht. Ich erinnere mich an viele schöne Erlebnisse mit den Kindern.

Warum bin ich Lehrerin geworden?
Es war keine Liebe auf den ersten Blick. Aber ich konnte an der Pädagogischen Hochschule Musik studieren, meine große Leidenschaft, und schnell stellte sich heraus, dass der Beruf der Lehrerin der Beruf für mich ist.

Mein pädagogischer Leitspruch
Darauf achten, dass alle Kinder die Chance haben, etwas aus ihrem Leben zu machen. Mein Augenmerk lag also bei den schwächeren Schülern.

Was ist heute anders als früher?
Wir unterrichten heute ganz anders. Die Kinder sind im Wesentlichen die gleichen wie vor 40 Jahren. Die Eltern sind indes viel anspruchsvoller und manche wollen ihre Vorstellungen mit Macht durchsetzen.

 

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Die Welt der Kräuter in einem Garten - Natur - Seit Jahren betreut Hans-Joachim Schneider den Kräutergarten im früheren Kloster Adelberg, kann zu jedem Kraut etwas erzählen – sogar zu einer Pflanze, die gegen Covid 19 eingesetzt wird. Von Margit Haas

Joachim Schneider ist Herr und Kenner von etwa 200 Pflanzenarten, die im Kräutergarten im Kloster Adelberg zuhause sind. Die Fülle ist einzigartig.

Der schwäbische Kleingärtner ist im ersten Augenblick wahrscheinlich geschockt, würde am liebsten sofort Hacke und Spaten auspacken und das „Unkraut“ jäten. Das indes gibt es im Kräutergarten an der Stelle des ehemaligen Frauenkonvents des ehemaligen Prämonstratenserklosters in Adelberg nicht. Seit 20 Jahren betreut den Garten Hans-Joachim Schneider, der leidenschaftlich bekräftigt: „Unkraut gibt es nicht! Alles hat seinen Platz in der Natur!“ Also auch das Habichtskraut oder der Giersch – die Plagen von Gartenbesitzern.

 

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Langfristige Lösungen wichtig Soziale Menschen in schwierigen Lebenssituationen leiden besonders unter Corona. Die „Liga“ mahnt, für sie wieder dauerhaft Lebensbedingungen zu schaffen. Von Margit Haas

Von links: Alexander Sparhuber (DRK), Karin Woyta (Paritätischer Wohlfahrtsverband), Sonja Elser (Awo), Lisa Kappes-Sassano (Caritas) und Sascha Lutz (Diakonisches Werk). Foto: Margit Haas

Hundert Euro mehr für Hartz-IV-Empfänger, und dies nur für eine begrenzte Zeit – das ist für die Vertreter der „Liga“ im Landkreis Göppingen zu wenig. Ihr gehören die Arbeiterwohlfahrt (Awo), die Caritas Fils-Neckar-Alb, das Deutsche Rote Kreuz (DRK), das Diakonische Werk und der Paritätische Wohlfahrtsverband an. „Unsere Klienten haben oftmals prekäre Arbeitsverhältnisse, die sie in Folge der Pandemie schnell verloren haben. Sie haben in den vergangenen Wochen umfangreiche Unterstützung und intensive Beratung benötigt“, berichtet Sascha Lutz, Geschäftsführer des Diakonischen Werkes.

 

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Mit Schutzstreifen und Milchglas gegen den Vogeltod Tierschutz Jedes Jahr sterben vermutlich mehr als 100 Millionen Vögel in Deutschland, weil sie gegen Glasflächen prallen. Dabei könnte das verhindert werden. Von Margit Haas

Hier droht keine Gefahr für Vögel: Die Bushaltestelle an der Jugendherberge Hohenstaufen wurde vorbildlich mit speziellen Schutzstreifen ausgestattet.

Der Tod von Vögeln an Glasflächen ist innerhalb der Städte und Gemeinden ein großes Problem des Vogelschutzes“, bedauert Dr. Wolfgang Rapp. „Jedes Jahr verunglücken in Deutschland vermutlich mehr als 100 Millionen Vögel an Glasscheiben. In der Brutzeit verhungert dann zusätzlich der Nachwuchs im Nest“, fährt der Vorsitzende der Nabu-Gruppe Göppingen fort. „Die aktuelle Forschung spricht von einem Verlust von etwa fünf bis zehn Prozent der gesamten Vogelpopulation in Deutschland.

 

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Automarder beißt wieder zu - Wildtiere - Die gar nicht so seltene Spezies des „Automarders“ ist aktiv. Auch andere anpassungsfähige Tiere sorgen in urbanen Regionen für Ärger. Von Margit Haas

Die gar nicht so seltene Spezies des „Automarders“ ist aktiv. Auch andere anpassungsfähige Tiere sorgen in urbanen Regionen für Ärger. Von Margit Haas

Der gemeine Steinmarder hat viele Verstecke. Wittert er den Duft eines Konkurrenten, greift er alles, was nach dem Rivalen riecht, an. Die Tiere nutzen auch geparkte Autos als Schlafplatz.

Sommerzeit ist Paarungszeit beim Steinmarder: Jetzt kommt es wieder zu zahlreichen Schäden unter der Motorhaube“, weiß Matthias Wittlinger. „Die Paarungszeit des Steinmarders sorgt im Juli und August jährlich für Unmut unter Autofahrern“, fährt der Kreisjägermeister fort. „Zerstörte Kabel, Schläuche oder Isoliermatten sind die Folgeschäden eines unerbittlichen Revierkampfs.“ Die Tiere nutzen geparkte Pkw als Schlafplatz, Speisekammer und Aussichtsplattform. „Wittert der ortsansässige Marder den Duft eines Konkurrenten, greift er alle Autoteile an, die nach dem Rivalen riechen.“ Besonders Pendler, die ihr Auto unbewusst in unterschiedlichen Marderrevieren parken, sind von den Beißattacken betroffen. „Jedes Jahr verursachen Marder einen Versicherungsschaden in Millionenhöhe“, hat der Deutsche Jagdverband recherchiert. Er empfiehlt Autofahrern, vor jeder Fahrt auf auslaufende Flüssigkeit oder herumliegende Gummiteile zu achten. So ließen sich teure Folgeschäden vermeiden.

„Aber auch andere anpassungsfähige Wildtiere sorgen in urbanen Regionen für Ärger“, weiß der Kreisjägermeister. Fuchs, Waschbär und Wildschwein suchen die Nähe zum Menschen. „Ein wärmeres Klima, zahlreiche Verstecke, kaum natürliche Feinde und ausreichend Nahrung – Siedlungen bieten beste Bedingungen.“ Damit diese Kulturfolger Abstand zum Menschen halten, „sollte bewusstes sowie unbewusstes Füttern vermieden werden“, betont Wittlinger. „Hunde- oder Katzenfutter locken Fuchs und Waschbär an. Kompost und Mülltonnen bieten Wildtieren ebenfalls Nahrung und sollten deshalb immer verschlossen sein.“ Der Besuch der wilden Vierbeiner sei nicht nur lästig. „Fuchs und Waschbär können Krankheiten auf Hunde und Katzen übertragen“. Und wer einmal einen von Wildschweinen „umgegrabenen“ Rasen gesehen hat, weiß um den großen Schaden. Wittlinger warnt: „Fühlen sich die Allesfresser bedroht, attackieren sie Hunde und sogar Menschen“ und empfiehlt dringend, Abstand zu halten.

Jagdverband gibt Infos zum Automarder

Tipps In seiner Broschüre „Wilde Wohngemeinschaften – Wildtiere in der Stadt und ihre Folgen“ gibt der Deutsche Jagdverband Tipps zum richtigen Umgang mit den Tieren. Sie kann unter www.jagdverband.de/der-automarder-beisst-wieder-zu heruntergeladen werden.

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Zeichen gegen Hass und Rassismus - Gedenken - In Süßen und Wäschenbeuren erinnern vier weitere Stolpersteine an Menschen, die während der NS-Diktatur ermordet wurden, weil sie anders waren. Von Margit Haas

Gunter Demnig verlegt in Süßen die Stolpersteine, die an Paula und Walter Zeimann erinnern.

Unser Urgroßvater fand im KZ Buchenwald den Tod.“ Als Julia Löwenthal diesen Satz formuliert hat, macht sich tiefe Betroffenheit breit. Trotz hochsommerlicher Temperaturen bekommen die Menschen, die zur Verlegung von Stolpersteinen für Eduard und Theresia Löwenthal in die Seestraße in Wäschenbeuren gekommen sind, eine Gänsehaut. Gemeinsam mit Julia Löwenthal und Sabine Erhardt hat die junge Wäschenbeurerin den tragischen Lebensweg des Urgroßvaters nachgezeichnet. Unterstützt worden war sie dabei von Angelika Taudte und Klaus Maier-Rubner von der Göppinger Stolperstein-Initiative.

 

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Jäger eröffnet Biergarten - Gastronomie - In den kommenden Monaten lädt der „Biergarten am Stauferwald“ Spaziergänger, Radfahrer und Reiter zur zünftigen Einkehr ein. Von Margit Haas

Der Biergarten am Stauferwald hat täglich geöffnet. Reiter, Wanderer, Radler und Spaziergänger sind herzlich willkommen.

Das ist wirklich schön gemacht“, sagt eine Besucherin, die zu den ersten Gästen gehörte, die sich am Mittwochabend im überdachten Biergarten von Karl Göbel im Göppinger Stauferpark ein kühles Getränk schmecken ließen.

Karl Göbel ist Jäger und jagt im gesamten Stauferwald. „In den vergangenen drei Monaten habe ich erlebt, dass immer mehr Menschen in die Natur gehen. Hinter jeder Hecke scheint einer hervorzukommen“, beschreibt Göbel seine Beobachtung. Ob Wanderer, Radfahrer oder Reiter – die Corona-Pandemie hat die Freizeitgewohnheiten Aller verändert, für Viele fällt auch der Urlaub aus.

 

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Projekt als Stimmungsbild von Zeit - Kunst - Das Partizipationsprojekt in der Göppinger Kunsthalle zur Ausstellung „zeitlos. Vom Wesen der Zeit“ eröffnet eine zusätzliche Reflexionsebene. Jeder kann mitmachen. Von Annerose Fischer-Bucher

Eine Mitmachaktion der besonderen Art bietet derzeit die Kunsthalle Göppingen. Wer Lust hat, kann Fotografien zum Thema Zeit einschicken. Bislang gab es gut 50 Einsendungen. Die Fotos, zu denen kurze Texte „angeknipst“ werden können, sind bis 30. August im Kunstkabinett C1 zu sehen.

Das Thema Zeit – eine menschliche Erfindung – hat Menschen zu allen Zeiten beschäftigt. In Zeiten von Corona rückte jedoch der Aspekt, was Zeit mit uns macht, auf ganz andere Weise ins gesellschaftliche und ins private Bewusstsein. Anstatt immer schneller und immer mehr Optimierung war plötzlich Entschleunigung angesagt. Wie das einzelne Personen erlebt haben – war es Erleichterung, war es Verunsicherung –, vermittelt ein Projekt im Kunstkabinett C1 der Göppinger Kunsthalle, der als Raum der Kunstvermittlung gesehen wird. Das Projekt steht in Korrespondenz zur momentanen Ausstellung.

 

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