Neue Landesverordnung aufgrund vermehrter Infektionen - Seit Montag gelten neue Grenzen. Geppo 22.10.20

Im Landkreis Göppingen stieg die Zahl neuer Corona-Infektionen bereits Mitte vergangener Woche auf mehr als 35 pro 100.000 Einwohner/-innen. Damit sollen laut Erlass des Sozialministeriums Baden-Württemberg ortsbezogene Maßnahmen, vor allem zur Teilnahme-Begrenzung bei privaten Veranstaltungen, eingeleitet werden.

Die gestiegenen Zahlen nimmt Oberbürgermeister Guido Till nochmals zum Anlass, auf die konsequente Einhaltung der wichtigsten Schutzmaßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus zu achten: „Bitte halten Sie sich an die AHA-Regelung – Abstand-Hygiene-Alltagsmasken.“ Die Einhaltung des Mindestabstands von 1,50 Metern und regelmäßiges Händewaschen und, wo der Abstand nicht eingehalten werden kann, das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung seien der beste Schutz gegen eine Infektion. „Gemeinsam müssen wir alles dafür tun, die Zahl der Ansteckungen nicht weiter zu erhöhen, um noch weitergehende Beschränkungen zu vermeiden“, so das Stadtoberhaupt. „Und wir müssen alles daransetzen, die Rate wieder unter 35 zu senken, um den nun erforderlichen Schritt wieder zurücknehmen zu können.“ Denn auf Empfehlung des Gesundheitsamtes des Landratsamtes erließ die Stadt Göppingen eine Allgemeinverfügung, die am Freitag in der Tageszeitung NWZ veröffentlicht wurde und seit Samstag null Uhr in Kraft ist.

Strengere Landesverordnung hat Vorrang

Allerdings hat die Landesregierung am Sonntagnachmittag die Corona-Verordnung geändert und teilweise verschärft – und als Landesrecht geht sie der städtischen Allgemeinverfügung vor. Untersagt sind demzufolge private Veranstaltungen mit über zehn Teilnehmenden (es sei denn, es handelt sich ausschließlich um Angehörige von maximal zwei Haushalten); Ansammlungen (also Treffen ohne Verabredung) mit mehr als zehn Personen und sonstige Veranstaltungen mit über 100 Teilnehmenden.

Außerdem ist eine Mund-Nase-Bedeckung Pflicht unter anderem

• bei der Nutzung des öffentlichen und des touristischen Personenverkehrs (Eisenbahnen, Straßenbahnen, Busse, Taxen, Passagierflugzeuge, Fähren, Fahrgastschiffe und Seilbahnen), an Bahn- und Bussteigen, im Wartebereich der Anlegestellen von Fahrgastschiffen und in Bahnhofsund Flughafengebäuden;

• innerhalb von Fußgängerbereichen, es sei denn, es ist sichergestellt, dass der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden kann; • in den für den Publikumsverkehr eröffneten Bereichen öffentlicher Einrichtungen;

• in Friseur-, Massage-, Kosmetik-, Nagel-, Tattoo- und Piercingstudios und in medizinischen und nicht medizinischen Fußpflegeeinrichtungen;

• in Arztpraxen, Zahnarztpraxen, Praxen sonstiger humanmedizinischer Heilberufe und der Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker sowie in Einrichtungen des öffentlichen Gesundheitsdienstes,

• in Einkaufszentren und Ladengeschäften sowie auf Märkten, soweit diese in geschlossenen Räumen stattfinden,; • in Beherbergungsbetrieben von Beschäftigten bei direktem Kundenkontakt;

• im Gaststättengewerbe von Beschäftigten bei direktem Kundenkontakt sowie von Kundinnen und Kunden, solange sie sich nicht an ihrem Platz befinden;

• in den auf der Grundschule aufbauenden Schulen, zudem wurde landesweit die Maskenpflicht ab Klasse fünf in den weiterführenden Schulen sowie in den beruflichen Schulen auch im Unterricht angeordnet;

• in Freizeitparks und Vergnügungsstätten von Beschäftigten bei direktem Kundenkontakt sowie von Kundinnen und Kunden in geschlossenen Räumen und Wartebereichen;

• beim praktischen Fahr-, Boots- und Flugschulunterricht und bei den praktischen Prüfungen.

Wie das Gesundheitsamt im Landratsamt am Sonntag mitteilte, wurden am Samstag weitere 22 Personen gemeldet, die mit dem Covid-19-Virus infiziert sind. Die Gesamtzahl erhöht sich damit auf 1.450 im Landkreis Göppingen; von diesen sind bisher 1.246 genesen und 41 verstorben, sodass am Wochenende 163 Personen akut infiziert waren. Durch die ansteigenden Infektionsraten ist im Landkreis Göppingen die 7-Tage-Inzidenz auf 50,7/100.000 Einwohner angestiegen und auch in ganz Baden-Württemberg ist mittlerweise dieser Wert überschritten.

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